Radverkehrsmessung am Rensefelder Weg: Stockelsdorf will ein Radverkehrskonzept erstellen

Radverkehrsmessung in Stockelsdorf
Stockelsdorfs Bürgermeisterin Julia Samtleben an der Messstelle, die von Martin Jungenkröger und seinen Kollegen vom Bauhof der Gemeinde am Rensefelder Weg aufgebaut wurde. (Foto: Stefan Setje-Eilers)

Stockelsdorf. Die Gemeinde Stockelsdorf führt auch in diesem Jahr Radverkehrsmessungen durch, um die Daten für den Fahrradverkehr in der Gemeinde zu erfassen.

„Wir wollen ein Radverkehrskonzept erstellen. Und da brauchen wir mehr als ein Bauchgefühl und persönliche Einschätzung. Da brauchen wir ein paar Zahlen. Es besteht die Möglichkeit bei Rad.SH entsprechende Zählgeräte für einen Monat zu leihen“, so Stockelsdorfs Klimamanager Manuel van der Poel.

Stockelsdorf macht davon das dritte Jahr infolge Gebrauch. Das Messverfahren funktioniert recht einfach. Ein dünnes Schlauchsystem wird über die befahrenen Wege und Straßen gelegt. Fährt ein Fahrzeug über die Schläuche ändert sich der Luftdruck darin und das Ergebnis wird in einer angeschlossenen Messstation festgehalten. Das Gerät unterscheidet dabei auch zwischen Auto und Fahrrad.

Gemessen wurde mit zwei Geräten an verschiedenen Stellen in Stockelsdorf. Eine ganz besonders „spannende Stelle“ war hinter dem Ortsausgang Bad Schwartau in Richtung Stockelsdorf am Kreisverkehr Rensefelder Weg.

Denn der hiesige Fußweg war bis vor Kurzem noch kombinierter Fuß- und Radweg. Auf Anordnug des Kreises als Verkehrsbehörde darf er jetzt aber nicht mehr als Radweg genutzt werden, da er zum einen zu schmal ist und weil weiter hinten kurz nach dem Ortsschild in Stockelsdorf eine Tempo-30-Zone anschließt.

„Wir wollten wissen, was passiert in Summe, während der einwöchigen Messung an dieser Stelle“, so Manuel van der Poel. Ergebnis: über 500 Fahrradfahrer auf dem Fußweg wurden auf dem Fußweg addiert in beide Richtungen gezählt, und etwas über 700 auf der Straße. Also trotz Fahrverbort auf dem Fußweg noch relativ gleich.

Schaut man auf die Uhrzeiten, sieht man, dass ein klassischer Pendelverkehr herrscht. Zwischen 6 und 8 Uhr ist das höchste Aufkommen (Peak) in beide Richtungen. Vermutlich handelt es sich um Berufspendler und Schüler.

Auf dem Fußweg gibt einen zweiten Peak zwischen 12 und 14 Uhr und nochmal gegen 16 Uhr, während auf der Straße das Peak zwischen 12 und 14 Uhr. „Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass die Schüler, weil sie von ihrer Schule informiert werden, auf der Straße fahren, während die Berufspendler, die keine aktive Information bekommen, weiterhin auf dem Fußweg fahren.“

Das decke sich auch mit Aussagen von Lehrkräften, so Stockelsdorfs Klimamanger. „Spricht man mit ihnen, bestätigen sie, dass sie ihre Schüler extra darauf hinweisen, dass sie hier jetzt auf der Straße fahren müssen. Auch beim Aufbau der Messanlage durch unseren Bauhof haben wir gesehen, dass fast alle Schüler in beiden Richtungen auf der Straße fahren.“

Während der Präsentation kam auch Stockeldorfs Bürgermeisterin auf dem Fahrrad vorbei, um sich bei Manuel von der Poel über die Ergebnisse zu informieren. „Hauptaussage ist, dass immer noch sehr viel auf dem Fußweg gefahren wird. Schüler nutzen eher die Straße, Berufspendler und Freizeitfahrer eher den Fußweg“, so van der Poel.

Alle Zahlen an den verschiedenen Messstellen werden gesammelt, anschließend soll ein Verkehrsplaner beauftragt werden, der sich diese Daten gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung anguckt und dann werden entsprechende Maßnahmen erarbeitet. „Wir müssen das aber als großes Ganzes betrachten und nicht nur Lösungen finden, wo es gerade einmal aktuell ein Problem gibt“, erklärt von der Poel.

So könnte sich Stockelsdorfs Verwaltungschefin beispielsweise den Rensefelder Weg, der von vielen Schülern befahren werde, als Fahrradstraße vorstellen. „Das würde ich als bahnbrechende Maßnahme, die auch gar nicht so schwer umzusetzen wäre, für sinnvoll halten. Ebenso muss man überlegen, ob man, wie hier, mit Bad Schwartau oder an anderer Stelle mit anderern Nachbargemeinden zusammenarbeit“, so die Bürgermeisterin. Auch über die Schaffung neuer Alternativstrecken zu eigentlich schon bestehenden Radwegen müsse man nachdenken und nicht zuletzt spielten gerade auch die Verbindungen zwischen den Dörfern eine Rolle. „Etwa von Dissau nach Arfrade. Da möchte man wirklich kein Kind auf der Straße in die Schule schicken“, sagt sie.

„Ein weiterer Schwerpunkt des Radverkehrskonzepts soll zudem sein, Lösungen zu finden, wie man von Stockelsdorf sinnvoll nach Bad Schwartau kommt“, betont van der Poel.

Das Radwegekonzept für die Gemeinde Stockelsdorf soll innerhalb der nächsten zwölf Monate fertiggestellt werden. Die ursprünglich geplanten 50.000 Euro, lehnten sämtliche Planungsbüros als zu niedrig ab. „Wir haben den Auftrag somit noch einmal neu ausschreiben müssen und liegen nun bei 80.000 Euro“, so Manuel van der Poel. Die Kosten werden jedoch aus dem „Förderprogramm Stadt - Land“ des Bundes und des Landes zu 90 Prozent gefördert. Fördergelder fließen aber nur, wenn auch schon mindestens eine im Konzept festgehaltene Maßnahme umgesetzt ist.

„Das soll gewährleisten, dass das erarbeitete Konzept anschließend nicht einfach nur in der Schublade landet“, erklärt der Klimamanager. 

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