Robert Wagner will es noch mal wissen: Ex-Bürgermeister gründet Wählergemeinschaft zur Kommunalwahl

Parteigründung durch Robert Wagner
Knapp zwei Jahre nach seiner Abwahl will der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand, Robert Wagner, bei der Kommunalwahl im Mai 2023 mit einer neuen Wählergemeinschaft in die Gemeindevertretung einziehen. Foto: René Kleinschmidt

Timmendorfer Strand. Von Juli 2018 bis zu seiner Abwahl im November 2020 war Robert Wagner aus Aachen Bürgermeister der Gemeinde Timmendorfer Strand. Der heute 44-Jährige ist dann zurück ins Rheinland gezogen. „Ich habe in Stolberg bei Aachen ein altes Haus gekauft und saniert,“ berichtet er bei einem Pressegespräch im Maritim Seehotel. „Ich habe mich in den letzten zwei Jahren der Kunst gewidmet, hobbymäßig gemalt und Hühner, Enten und Ziervögel angeschafft.“ Beruflich hat Wagner seine Tätigkeit als Sachbearbeiter bei der Bundeswehrverwaltung wieder aufgenommen, allerdings in einer anderen Abteilung, wo es um „Beschaffung“ geht.

Knapp zwei Jahre nach seiner Abwahl will der ehemalige Bürgermeister von Timmendorfer Strand eine neue Wählergemeinschaft gründen und mit Gleichgesinnten bei der anstehenden Kommunalwahl am 14. Mai 2023 antreten. Sein Ziel ist es, in die Gemeindevertretung einzuziehen.

„Auch wenn mein Hauptwohnsitz nicht mehr hier ist, habe ich die politischen Geschicke und das Geschehen in Timmendorfer Strand weiterhin aus der Ferne beobachtet. Die politischen Verläufe habe ich immer noch im Blick,“ so der 44-Jährige. „Wenn man hier einmal war, hat man sich in den Ort verliebt. Und als Bürgermeister a.D., wie ich mich auch lebenslang betiteln darf, hat man doch auch eine Verpflichtung der Gemeinde gegenüber. Wenn man gestalten möchte, kann man dies auch als Selbstverwaltung machen. Ich möchte eine Wählergemeinschaft aus dem bürgerlichen Lager gründen mit einer großen Bandbreite von Menschen von jung bis alt und mit einer bunten Mischung von klugen, kompetenten Köpfen, die nicht aus dem örtlichen Klüngel stammen, eine Vielfalt an Fachkompetenz.“ Robert Wagner weiter: „Es gibt hier viele Bürger, die ihre Fachexpertise zur Verfügung stellen können. Die Wähler wollten damals (bei der Bürgermeister-Wahl 2018, Anm. d. Red.) jemanden, der von außen kommt und nicht verwandt oder verschwägert ist. Man braucht Kommunalpolitiker, die von ihrem Mandat zum Beispiel keine Vorteile für die eigene Selbstständigkeit haben und die nicht untereinander verbandelt sind.“

Beim Bürgerentscheid zur Abwahl des umstrittenen Bürgermeisters haben 59,6 Prozent im November 2020 für die Abwahl gestimmt und somit entschieden, dass Robert Wagner den Chefsessel räumen musste. „Mehr als 40 Prozent stimmten demnach gegen die Abwahl und haben ja dafür gestimmt, dass ich bleibe“, erklärte Robert Wagner beim Pressegespräch am Freitag. „Ich erfahre nach wie vor großen Zuspruch und Anerkennung im Ort“, berichtet er weiter.

Mit seiner neuen Wählergemeinschaft, deren Name noch nicht feststeht, könne man politisch mitgestalten: „Ich konnte meine Themen als Bürgermeister leider nicht abarbeiten und es gibt noch zahlreiche Projektbaustellen.“ Im Gespräch erzählte Robert Wagner, dass ihm damals unter anderen aufgrund von privaten Schicksalsschlägen die Kraft zu weiteren Kämpfen gefehlt hat, jetzt aber wieder energiegeladen für was Neues sei. „Mit meiner Wählergemeinschaft möchte ich mehr Vertrauen in die Politik und in das politische Handeln entstehen lassen. Man kann politische Zusammenhänge dann auch besser vermitteln und ich kenne ja beide Seiten, Verwaltung und Politik.“

Seine Gründung der Wählergemeinschaft und beabsichtigte Kandidatur zur Kommunalwahl soll auch kein Rachefeldzug an einstige Kontrahenten sein. Jetzt stehen erst einmal einige Formalitäten an, die zu erledigen sind, dazu gehören weitere Mitstreiter, Sondierungsgespräche und das Entwerfen einer Satzung, aber auch eine „Kompetenz-Team-Analyse“ sowie ein Wahlprogramm und Ziele der Wählergemeinschaft, was mit den Mitgliedern gemeinsam zu erstellen sei. Im Januar möchte er sein Team der Öffentlichkeit vorstellen.

Außerdem muss Robert Wagner seinen Erstwohnsitz wieder nach Timmendorfer Strand verlegen, denn spätestens sechs Wochen vor der Kommunalwahl muss der 44-Jährige wieder Timmendorfer Bürger sein, um überhaupt kandidieren zu können. „Beruflich könnte ich mich in den Norden versetzen lassen oder ein neues Berufsbild wählen.“ Bis Mitte 2024 ist er finanziell noch gut abgesichert: „Ich erhalte von der Gemeinde ja noch Bezüge als Bürgermeister.“ Die Gemeinde zahlt noch rund 70 Prozent seines Bürgermeister-Gehalts, weil seine reguläre Amtszeit erst im Juni 2024 geendet hätte.

„Ich möchte auf jeden Fall parteilos bleiben und Politik ohne Parteibuch machen,“ so Wagner, der eine erneute Kandidatur als hauptamtlicher Bürgermeister ausschließt. „Aber ich könnte mir gut vorstellen als gewählter Gemeindevertreter den Posten des stellvertretenden Bürgervorstehers zu übernehmen.“

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