Schwimmplattform löst sich bei Ostwind und schlug gegen die neue Seebrücke: Bergung des gestrandeten Arbeitsponton gestaltet sich als schwierig

Arbeitspoton beschädigt Seebrücke in Tdf
Am Dienstag, 21. Mai, hat sich an der Baustelle der neuen Maritim-Seebrücke ein Arbeitsponton mit Kran losgerissen und schlug gegen die Brückenkonstruktion. (Foto: René Kleinschmidt)

Timmendorfer Strand. Keine schönen Bilder gab es vergangene Woche an der neuen im Bau befindlichen Seebrücke in Timmendorfer Strand zu sehen: Der Arbeitsponton, auf dem sich ein tonnenschwerer Kran befindet, hat sich am Dienstagnachmittag, dem 21. Mai, bei starkem Ostwind losgerissen und schlug gegen die noch nicht ganz fertiggestellte Brücke. Augenzeugen berichteten auch von Gegenständen, die ins Wasser gefallen sind und zum Teil am Strand angeschwemmt wurden.

Am späten Dienstagnachmittag wurden rund 40 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Timmendorfer Strand und Niendorf/Ostsee sowie von Polizei und DLRG zur Seebrückenbaustelle vor dem Maritim Seehotel gerufen.

Um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen, startete die Feuerwehr Timmendorfer Strand ihre Drohne und flog das Gebiet rund um die im Wasser treibende 32 mal 13,5 Meter große Plattform, die mitsamt Kran immer wieder gegen die Brückenkonstruktion schlug, ab. Dabei wurden bereits erste Beschädigungen an der Brücke und den Brückenpfeilern festgestellt. Mehr konnten die Einsatzkräfte aufgrund des starken Windes nicht machen. Wegen des Seegangs konnte die Arbeitsplattform nicht befestigt oder weggeschleppt werden. Die Polizei sperrte aus Sicherheitsgründen den Bereich um die Seebrücke und hat schließlich ein Verbot zum Betreten der im Bau befindlichen Seebrücke erteilt.

Die Hoffnung, dass der Wind dreht und den im Wasser treibenden Ponton weiter an Land treibt, wurde leider nicht ganz erfüllt. Über die Nacht zu Mittwoch ist die Plattform zwar etwas weiter in Richtung Strand getrieben, hat sich schließlich aber unter der Brücke verkeilt.

Am Mittwoch, 22. Mai, wurde mittags beraten, wie es weiter geht. „Technisch wird gerade die Bergung des Pontons vorbereitet,“ berichtet Bauherrin Gesine Muus, Werkleiterin des Kurbetriebes Timmendorfer Strand am Mittwoch. „Parallel dazu sind wir wegen der Schadensbegutachtung mit Statikern und Gutachtern im Gespräch.“ Wenn das Wetter mitspielt und Wind und Wellen weniger werden, soll der Ponton weggeschleppt werden, hieß es.

Nach ersten Untersuchungen: Statik des Bauwerks bleibt bestehen

Gute Nachrichten konnte Gesine Muus dann am Mittwochnachmittag auf Nachfrage geben: Nach erster Begutachtung durch Experten sind Standfestigkeit und Statik der Brücke weiter gegeben. Und: „Vom Arbeitsponton, der unter der Brücke gestrandet ist, geht keine weitere Gefahr mehr aus!“

Erste Versuche, den 190 Tonnen schweren Arbeitsponton am vergangenen Donnerstag wegzuschleppen, sind leider gescheitert. Er konnte aber noch etwas stabilisiert werden. Zuvor waren erste Taucher vor Ort, die den Ponton näher untersuchten. Nach ersten Erkenntnissen ist mindestens eine Kammer des schwimmenden Pontons aufgrund einer Beschädigung mit Wasser vollgelaufen. Deshalb liegt er auch schräg im Wasser und hat sich zirka ein Meter tief in den Meeresboden gegraben.

Eine weitere, gute Nachricht: Da die Brücke vom Statiker wieder freigegeben wurde, konnten die Arbeiten an den sogenannten Pfetten sowie an der Elektrik weitergehen, nachdem die Arbeiten für zwei Tage ruhen mussten. Von daher gehe man aktuell auch nicht von größeren Verzögerungen aus. Die Eröffnung der neuen, 430 Meter langen und rund 12 Millionen teuren Seebrücke in Timmendorfer Strand soll nämlich am 20. September gefeiert werden.

Von Freitag bis Sonntag waren dann spezielle Bergungstaucher im Einsatz, nachdem offensichtlich die Haken an den neuen, bereits im Wasser befindlichen Dalben, die für die Sportboote gesetzt wurden, ein 90 mal 15 Zentimeter großes Loch in eine der Kammern des Pontons gerissen haben. „Dadurch lief die Kammer voll Wasser, aber es ist leider nicht die einzige Kammer, die mit Wasser gefüllt ist,“ berichtet Gesine Muus. Insgesamt sind drei der zwölf Kammern mit Wasser vollgelaufen und die Reparaturarbeiten gestalten sich schwieriger als zuvor angenommen.

Und erst wenn diese Arbeiten erledigt sind und der gestrandete Ponton sich dadurch wieder aufrichtet, kann er mit Schleppern in den Hafen nach Neustadt in Holstein geschleppt werden.

Falls dies nicht gelingt, müsse ein spezielles Bergungsschiff geordert werden, das den havarierten und beschädigten Ponton in einem Stück aufnehmen könnte. Bei Redaktionsschluss hat man sich dazu noch beraten – zusammen mit Planern, Baufirma, Bergungsteam und Versicherungsgesellschaft. Am gestrigen Dienstag haben sich die Mitglieder des Tourismusausschusses der gewählten Gemeindevertretung vor Ort ein Bild von den Beschädigungen an der Seebrücke gemacht.

Die Gemeinde Timmendorfer Strand scheint noch mit einem „blauen Auge“ davongekommen zu sein: Lediglich ein Brückenpfeiler hat einige „Kratzer“ und leichte Dellen davongetragen, auf der Brücke sind nur einige Anbauteile aus Stahl verformt, da der Kran, der sich auf dem Ponton befindet, bei dem hohen Wellengang immer wieder dagegen geschlagen hat, wie Gesine Muus unserem Redakteur am Samstag bei einem Vor-Ort-Termin berichtet. Außerdem müssen einige Pfeiler/Dalben für den Sportboot-Anleger neu gerammt werden.

Am Mittwochmorgen, 22. Mai, hat sich der Arbeitsponton weiter in Richtung Strand unter der Brücke verkeilt. (Foto: Gemeinde Timmendorfer Strand)

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