Trinkwasser in Ostholstein: Versorgung gesichert, Qualität gut – Personal- und Materialmangel sowie hohe Kosten bereiten Probleme

Trinkwasser in OH
Im Wasserwerk Ahrensbök erklärte Thorsten Plath (l.) als Abteilungsleiter Wasserversorgung und Rohrnetzservice Gas-Wasser, wie die Wasserversorgung im Kreis Ostholstein abläuft. (Fotos: Stefan Setje-Eilers)

Ahrensbök/Ostholstein. Wetter­extreme und Dürren im Sommer beschäftigen auch die Menschen im Norden immer häufiger und somit wird Wasserknappheit ein immer ernsteres Thema. Auch wenn Deutschland im internationalen Vergleich bei der Wasserversorgung noch gut dasteht, schlagen auch hier Fachleute Alarm, dass immer mehr Regionen ernsthafte Probleme bekommen.

Vor Kurzem besuchte die Landtagsabgeordnete Sandra Redmann (SPD) mit einer Abordnung ihrer Parteikollegen das Wasserwerk Ahrensbök, um bei einem Gespräch mit Vertretern des Zweckverbands Ostholstein (ZVO) zu erfahren, wie Ostholstein aufgestellt ist. Sandra Redmann tourt aktuell durch die Kreise, um sich zum Thema Wasserversorgung in Zusammenhang mit dem Dürresommer und dem Klimawandel sowie generell zur Qualität des Trinkwassers ein Bild zu machen.

Die Vertreter des Zweckverbandes Ostholstein um Frank Spreckels (l.)  und Thorsten Plath (2.v.l.) informierten die dreiköpfige Delegation um Sandra Redmann (3.v.r.)  zur Lage der Wasserversorgung in Ostholstein.

„Die Situation ist in Schleswig-Holstein sehr unterschiedlich. Aber um es vorweg zu nehmen: die Trinkwasserversorgung ist auf jeden Fall gesichert. Und hier in unseren Breiten ist die Trinkwasserqualität eine gute“, teilte sie eingangs mit und gab das Wort an Frank Spreckels, Verbandsvorsteher ZVO, weiter, der zunächst die aktuelle Situation der Kommunalwirtschaft skizzierte: „Wir befinden uns zur Zeit in einer Situation, die natürlich sehr stark weltpolitisch geprägt ist. Die Preisthematik bewegt uns zur Zeit sehr akut und betrifft ebenso unsere Kunden akut.“

Hinzu kämen Lieferketten-Themen. Bestimmte Materialien wie Dichtungen und Chemiekalien für Klärwerke seien nicht verfügbar, was sich extrem auf die Kommunalwirtschaft auswirke.

Und: „Der Tourismus bei uns hat sich stark entwickelt. Hier muss die Infrastruktur nachziehen. Auch im Wasserbereich. Wir müssen Netze und Wasserwerke erneuern. Dafür brauchen wir aber Menschen, die das umsetzen. Da aber reden wir schon gar nicht mehr über Fach­kräfftemangel, sondern über Personalmangel. Der betrifft uns überall. Und wir reden über Materialmangel und darüber, dass wir das irgendwie auch finanzieren müssen“, so Spreckels.

In die Zukunft geblickt, würden die Zahlen eher größer als kleiner. „Aber irgendwie müssen wir es finanzieren und wir müssen den Leuten vermitteln, dass es am Ende jemand zahlen muss. Große Herausforderung also“, so der Verbandsvorsteher, der eine Bewältigung dieser Aufgabe im Ausbau Erneuerbarer Energien sieht. „Energie, die wir selbst produzieren und nicht teuer zukaufen müssen“, erklärte er.

Beruhigendes konnte Thorsten Plath, Abteilungsleiter Wasserversorgung und Rohrnetzservice Gas-Wasser beim ZVO, mitteilen: „In Sachen Wasser sind wir auch im Klimawandel die nächsten 20 bis 30 Jahre gut aufgestellt mit der gelogischen Struktur, die wir haben, beziehunsweise den sehr tief liegenden Grundwasserquellen – zumindest im östlichen Ostholstein.“

Um die 1.000 Kilometer Haupt-Wasserversorgungsleitungen gibt es von Stockelsdorf bis Fehmarn, plus 1.000 Kilometer Hausanschlüsse. Die Versorgung läuft über die sechs Wasserwerke Ahrensbök, Süsel, Timmendorfer Strand, Oldenbug, Klötzin und Varde.

Problem dabei: „Das sind alles Leitungen, die in den 70er, 80er Jahren gebaut wurden, sprich, die in die Jahre gekommen sind. Wenn man von einer Erneuerungsrate von nur 1 bis 1,5 Prozent ausgeht, kann man sich ausrechnen, wieviele Leitungen wir sanieren müssen“, so Plath.

„Mit unserem jetzigen Personalstand können wir derzeit allerdings nur Feuerwehrarbeit leisten.“

Auch finanziell habe sich einiges stark verändert. Vor zehn Jahren habe ein Meter Rohrleitung um die 100 bis 150 Euro gekostet, heute liege man bei 1.000 Euro.

„Die Pandemie und die Auswirkungen auf den Energiemarkt spüren wir jetzt ganz extrem“, gestand der Abteilungsleiter.

Die ZVO-Verantwortlichen teilten aber auch mit, dass die Wasserspar-Appelle Wirkung zeigten. Im Vergleich zu ähnlich heißen und trockenen Sommern sei durchaus ein messbarer Rückgang des Wasserbrauchs zu verzeichnen – was unter anderem mit dem Verzicht auf die Gartenbewässerung oder die Anschaffung effizienterer Geräte, wie moderne Duschköpfe, zusammenhänge.

Und noch etwas Positives konnten sie berichten: Der Grundwasserpiegel ist nicht besorgniserregend, wie in anderen Bereichen Deutschlands.

Das sei geologisch bedingt und habe mit der Eiszeit zu tun, so Plath. „Da sind wir in Ostholstein besser aufgestellt als andere Bereiche, die nicht so viele Erdschichten haben, die wasserführend sind und schützen.

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