Vertreter von Hotellerie und Gastronomie erarbeiteten Konzepte für einen möglichen Neustart

Ideen aus Scharbeutz als Grundlage für Kiel

Nach dem Gedankenaustausch in Scharbeutz
Landrat Reinhard Sager (v.li.), Gastronom Lino Cimmino, Hotelier Töns Haltermann, Bürgermeisterin Bettina Schäfer, Gabriela Prehn und Hoteldirektor Moritz Schmid-Burgk. (Foto: René Kleinschmidt)

Scharbeutz/Kiel. Vertreter von Hotellerie, Gastronomie, Ferienwohnungsvermietung und Strandkorbvermieter in Scharbeutz haben jetzt allgemeingültige Konzepte für einen Neuanfang erarbeitet, die Ostholsteins Landrat Reinhard Sager in Kiel vorlegen wird, damit die Entscheidungsträger eine entsprechende Grundlage für weitere, mögliche Lockerungen haben.

In einem kleinen „Tourismus-Gipfel“, zu dem der Landrat gemeinsam mit Bettina Schäfer, Bürgermeisterin der Gemeinde Scharbeutz, vier Leistungsträger aus den jeweiligen Tourismuszweigen in das menschenleere Hotel „Bayside“ eingeladen hatten, ging es um die Frage „Wie kann der Tourismus in Schleswig-Holstein wieder hochgefahren werden?“.

Die Betroffenen erarbeiteten detaillierte Konzepte. Neben Landrat Sager (CDU) und Bürgermeisterin Schäfer (parteilos) tauschten sich Hotelier Töns Haltermann („Bayside“), Hoteldirektor Moritz Schmid-Burgk („Gran Belveder“), die Inhaberin von „Ostsee-Appartements Heike Wongel“, Gabriela Prehn, sowie Gastronom Lino Cimmino („Capolino“), zugleich Strandkorbvermieter in Scharbeutz, aus.

„Wir haben uns entschieden, nicht am Schreibtisch sitzen zu bleiben,“ betont Reinhard Sager. „Touristische Lockerungen müssen auch kommen und mit den Leistungsträgern vor Ort können wir erarbeiten, unter welchen Umständen diese auch kommen können.“

Die Scharbeutzer Bürgermeisterin Bettina Schäfer, die mit dem Landrat zusammen die Idee für dieses Treffen hatte, sagte: „Es ist gut, die Leistungsträger mit ins Boot zu holen. Es geht hier ja auch um Existenzen von ganzen Familien und man kann die Betriebe nicht sofort wieder hochfahren, da muss man schon Konzepte vorlegen können, was die Kapazitäten, Hygienevorschriften und –maßnahmen, etc. beinhalten.“

„Eine Reihe von Ideen sind hier unter der Regie von Töns Haltermann zusammengekommen. Diese Ideen möchten wir nach Kiel weitertransportieren,“ so Ostholsteins Landrat Sager. „Ich habe große Sorgen, denn wir sind als touristisch geprägter Kreis mehr betroffen als andere Kreise.“

„Bayside“-Chef Töns Haltermann: „Es geht nicht darum, Vermögensschaden zu beseitigen, sondern darum, soviel Geld zu verdienen, dass man möglichst mit einer schwarzen Null dasteht, also Mitarbeiter, etc. bezahlen kann.“

„Wir müssen mit Maß und Mitte vorgehen,“ so Bürgermeisterin Schäfer. „80 Prozent der Menschen leben hier vom Tourismus und es ist existenziell wichtig, dass es irgendwann wieder losgeht.“ Mit einem Konzept möchte man soviel Sicherheit wie möglich schaffen. Die Tourismusbetriebe hätten auch eine Verantwortung für ihre Mitarbeiter, aber man möchte auch nicht Schuld daran sein, dass die Infektionskurve hoch geht, sind sich alle Teilnehmer der Runde einig. „Wir dürfen uns keine Fehler erlauben, getreu dem Motto ,Safety first’,“ so Gastronom Lino Cimmino.

Hotels, Restaurants und Ferienvermietungen müssten aber dringend und in naher Zukunft wenigstens teilweise wieder öffnen. Dafür hat die Scharbeutzer Runde bis Anfang dieser Woche eine Art Machbarkeitsstudie für eine sukzessive Wiederöffnung erstellt, mit umfangreichen Konzepten, in denen auch viele verschiedene Details berücksichtigt werden. Unter anderem gehören dazu Teller-Frühstück statt Buffett, Neustart eines Hotelbetriebs zum Einstieg mit vorerst 50 Prozent Belegung, neues Reinigungskonzept für die Hotelzimmer, ein neues Konzept der Warenannahme und eine intensive Schulung der Mitarbeiter. Aber auch Fragen wie „Darf man eine Sauna öffnen und wenn ja, mit wie viel Personen?“, „Können oder müssen Gäste beim Einchecken an der Rezeption auf Fieber getestet werden?“ oder „Wo sollen und können Spender mit Desinfektionsmitteln stehen?“ wurden erörtert.

Auch über die Restaurantbetriebe wird nachgedacht: Öffnung eventuell nur in den Abendstunden, um keine Tagesgäste anzulocken, natürlich mit entsprechenden Abständen, heißt es aus der Runde. Bevor Urlaubsgäste kommen dürfen, könne man mit den Einheimischen das neue Konzept üben und dann später entsprechend hochfahren. Mitarbeiter könnte man mit Mund-Nasen-Bedeckung ausstatten.

„Wir möchten der Landesregierung etwas an die Hand geben,“ so die Teilnehmer der Tourismus-Runde in Scharbeutz, deren Konzepte für alle betroffenen Tourismusbetriebe in Schleswig-Holstein anwendbar sind. „Wir betreiben jetzt wichtige Basisarbeit vor Ort, um Kiel eine Grundlage zu geben,“ so Bürgermeisterin Bettina Schäfer.

„Das neue Konzept muss von den Mitarbeitern auch gelebt werden,“ findet Hoteldirektor Moritz Schmid-Burgk („Gran BelVeder“). „Wir gehen mit allem konform, was notwendig ist, aber wir suchen den Einstieg, um wenigstens unsere Kosten decken zu können und dafür erarbeiten wir Konzepte, die für jeden Betrieb im Land gelten können.“

„Und vieles wird es wohl auch erst einmal nicht geben,“ so Töns Haltermann, vom Hotel „Bayside“. „Das Tanzen in unserem Club bleibt wohl weiterhin ausgeschlossen, genauso wie Buffett-Essen.“ Die Gesundheit steht natürlich an erster Stelle. „Wir brauchen ein Gesundheitskonzept, das für alle tragfähig ist. Und das Einreisen nach Schleswig-Holstein muss natürlich wieder möglich sein,“ so der „Bayside“-Chef. „Wenn das geschieht, möchten wir startklar sein und nicht dann erst mit Konzepten anfangen.“ Und dann sei ein Vorlauf von mindestens einer Woche nötig, um alles Notwendige vorbereiten zu können.

Ferienwohnungen könnten noch einfacher an den Start gehen, wie Gabriela Prehn („Ostsee-Appartements“) stellvertretend für alle Ferienwohnungsagenturen erläutert: „Unsere Büros müssen gar nicht besucht werden. Es muss keinen persönlichen Empfang der Gäste geben, da die desinfizierten Schlüssel für Ferienwohnungen kontaktlos über einen Digi-Safe übergeben werden können. Eventuell kann man jede Wohnung zwischen einem Gäste-Wechsel auch für einen Tag freihalten, um diese wirklich komplett desinfiziert neu vermieten zu können.“

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