Auf Einladung der GGS-Strand Europaschule: Kommunalpolitiker informierten sich vor Ort über diverse Gebäudemängel – kommt ein Neubau?

Kommunalpolitiker informierten sich über GGS-Zustand
Schulleiterin Esther Passig (vorne links) begrüßte die Politiker in ihrer Schule und präsentierte bei einem Rundgang zahlreiche Baumängel im Gebäude C der GGS-Strand. (Foto: Stefan Setje-Eilers)

Timmendorfer Strand. Über 40 Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung sowie Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke folgten vor Kurzem der Einladung von Schulleiterin Esther Passig, die mit einigen Lehrkräften und Schülern zum Rundgang durch die GGS-Strand Europaschule in der Poststraße in Timmendorfer Strand eingeladen hat. Bei dem Ortstermin hat man allen die Möglichkeit gegeben, sich über den tatsächlichen Zustand des laut Passig „baufälligen“ Schulgebäudes der Grund- und Gemeinschaftsschule ein Bild zu machen. „In Ihrem Programm nach der Kommunalwahl hat sicherlich der Schulstandort und damit einhergehend auch die Bildungspolitik einen wichtigen Stellenwert,“ schrieb sie bereits in ihrer Einladung an alle Parteien und Wählergemeinschaften, die am kommenden Sonntag zur Wahl antreten. Und sie war sichtlich überrascht, aber auch erfreut, dass so viele „Bildungspolitiker“ der Einladung folgten, und bedankte sich bei der Begrüßung für „das Interesse an der GGS-Strand und die Zukunft des Schulstandortes“.

Der Rundgang startete auch im hauptsächlich betroffenen Gebäude C in der Poststraße 36c, das im Jahre 1951 als eineinhalbgeschossige Grundschule errichtet und 1974 als zweigeschossiges Gebäude aufgestockt und stark erweitert wurde. „Das Gebäude befindet sich in einem maroden Zustand und entspricht in weiten Teilen nicht mehr den Herausforderungen eines zeitgemäßen Schulbaues,“ heißt es in einer Einleitung einer Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie. Die Europaschule umfasst drei Schulgebäude. Das Gebäude Poststraße 36a (ehemalige Realschule) aus dem Jahre 1974 befindet sich laut Aufstellung in einem guten Zustand. Das Gebäude Poststraße 36b (Mensa) aus dem Jahre 2005 sei ebenfalls in einem baulich guten Zustand.

Für Gebäude C existiert allerdings eine lange Mängelliste: Undichte oder nicht zu öffnende Fenster, die im Hinblick auf die Luftdichtigkeit, Witterungsbeständigkeit und Schlagregendichte generell nicht mehr den Anforderungen entsprechen. Die Mechaniken der Fensterflügel sind so überaltert, dass keine Ersatzteile mehr lieferbar sind. „Dies führte dazu, dass sich die Klassenräume schnell aufheizen oder eiskalt sind und eine Querlüftung gar nicht richtig möglich ist,“ berichtet die Schulleiterin. Hinzu kommen eine unzureichende Dämmung sowie defekte oder laut rauschende Heizkörper, die nicht mehr repariert werden können, sowie ein generell träges Heizungssystem. Außerdem gibt es keine barrierefreie Zugänglichkeit und es fehlen barrierefreie WC-Anlagen. In den viel zu kleinen Toiletten gibt es keine Warmwasserleitungen, es stinkt und die Spülung funktioniert nicht immer, wie Schüler bei der Vor-Ort-Besichtigung berichten. Hinzu kommen noch herabhängende Deckenplatten und „es rieselt manchmal von der Decke“. Im Fachraum für Naturwissenschaften ist sogar der Fußboden an einer Stelle durchgebrochen.

Generell fehlt es aber auch an Räumen, ob für den Kunstunterricht, für Gruppenarbeiten, für Material und Besprechungen. Eine Gebäudeerweiterung durch einen Anbau wurde zwar angedacht; diese Idee ist aber aufgrund des Platz- und Erschließungsmangels an diesem Gebäude verworfen worden, heißt es seitens der Schulleitung. Und da die GGS-Strand Anfang 2023 den Rang eines DaZ-Zentrums („Deutsch als Zweitsprache“) erlangt hat, wird man dafür ab dem Schuljahr 2023/24 auch noch mehrere Klassenräume zur Verfügung stellen müssen, wie Esther Passig berichtet.

„Gerade in der heutigen Zeit wird der Stellenwert eines Gebäudes auch in der Schullandschaft immer wichtiger. Zukünftige Eltern haben hohe Erwartungen an die Zeitgemäßheit der Pädagogik, aber auch an die Ausstattung. Leider können wir mit vergleichbaren Gemeinschaftsschulen im Umkreis auf Seiten der Ausstattung nicht mithalten,“ heißt es weiter. In Ratekau ist die Gemeinschaftsschule in einem Neubau untergebracht. Die Gemeinschaftsschule Pönitz hat erst im letzten Jahr einen großen Anbau erhalten und in den nächsten Jahren werden dort weitere Millionen Euro investiert. „Vor dem Hintergrund einer zukunftsorientierten Schule mit moderner Ausstattung, die sich im Wettbewerb mit anderen umliegenden Schulen befindet, wäre neben zusätzlichen Gruppenräumen auch im Zuge eines Neubaus die Möglichkeit gegeben, einen großen Veranstaltungsraum für die täglichen schulischen Musikveranstaltungen, Theateraufführungen, Einschulungs- und Abschlussfeiern, Infoabende einzuplanen,“ so Passig.

Gemeindevertreter, Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeiter nahmen in einem Klassenraum Platz und informierten sich über die Mängel. (Foto: Stefan Setje-Eilers)

Für einen Neubau hat sich vor Ort auch die Mehrheit der anwesenden Politiker ausgesprochen, die den Schwarzen Peter an die Verwaltung weitergegeben hat, da versäumt wurde, eine Arbeitsgruppe zur GGS-Strand einzurichten, obwohl dies im Sommer 2022 gefordert wurde.

Bevor eine endlose Debatte beginnen konnte, sagte Schulleiterin Esther Passig: „Lassen Sie uns jetzt gemeinsam nach vorne schauen und eine vernünftige Lösung finden. Die Attraktivität des Schulstandortes steht auf dem Spiel.“

Wie es weitergeht, wird sich nach der Kommunalwahl zeigen und ebenso, ob Versprechen gehalten werden.

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