Bürgermeisterwahl am Sonntag in Ratekau: Kandidaten warben ein zweites Mal für sich

Dennis Jaacks und Teja Kanthak
Stellen sich zur Wahl: Dennis Jaacks (li.) und Teja Kanthak. (Foto: Stefan Setje-Eilers)

Ratekau/Sereetz. Am vergangenen Mittwochabend fand in der Sporthalle Sereetz die zweite Vorstellungsrunde der Bewerber statt, die für das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Ratekau kandidieren. Der Ablauf war dabei identisch mit dem in der Møn-Halle in Ratekau eine Woche zuvor.

Nach einer kurzen Einführung durch den stellvertretenden Wahlleiter, Ordnungsamtsleiter Heiko Laskowski, übernahm auch diesmal Klaus Tscheuschner die Moderation und erläuterte, dass jeder Kandidat zunächst zehn Minuten Zeit habe, sich und sein Programm vorzustellen. Anschließend folgte ein von Klaus Tscheuschner moderierter Teil und abschließend eine Fragerunde aus dem Publikum – wobei viele Fragen bereits im moderierten Teil beantwortet wurden.

Als kandidierende Bewerber anwesend waren Dennis Jaacks und Teja Kanthak (beide parteilos).

Den Anfang bei der Vorstellungsrunde machte diesmal Dennis ­Jaacks. Der 41-jährige verheiratete Diplom-Verwaltungsfachwirt ist in Techau aufgewachsen und lebt in Pansdorf. Seit 13 Jahren ist er in der Gemeindeverwaltung Ratekau tätig, leitet dort als Kämmerer die Finanzabteilung. „Ich habe beruflich langjährige Erfahrung und möchte diese Expertise auch im Amt des Bürgermeisters einbringen“, sagte er. Als Fußballtrainer der Oberliga-Mannschaft von Eutin 08 verfüge er zudem über Führungsqualitäten und Teamfähigkeit und wolle auch die Gemeinde gemeinsam als Team mit allen – unter anderem Verwaltung, Politik, Vereinen, Ehrenamtlern – als Team führen.

„Die Kombination aus Verwurzelung, Führungserfahrung und Verwaltungskompetenz ist genau das, was die Gemeinde Ratekau in den kommenden, herausfordernden, anspruchvollen Jahren gut gebrauchen kann“, so Jaacks, der betonte, dass dabei solide Finanzen und eine moderne, digitalisierte Verwaltung wichtig seien.

Im Anschluss ging das Wort an den 52-jährigen Teja Kanthak, der seit 27 Jahren in Ratekau wohnt, lebt und arbeitet und Vater einer 16-jährigen Tochter ist. Der 52-Jährige ist Bankkaufmann und Wohnungsverwalter. Seit 1998 ist er in der Firmengruppe Kanthak mit dem Schwerpunkt Immobilien als zertifizierter Verwalter tätig. Mitarbeiterführung gehöre dort zu seinen Kernaufgaben. „Wir sind 14 Mitarbeiter, Ausbildereignung ist bei mir vorhanden und wird von mir langjährig durchgeführt. Sowohl mit den eigenen Mitarbeitern als auch fremden wie Hausmeister, Ingenieure, Handwerker, Sachverständige“, schilderte er.

Ehrenamtlich ist Teja Kanthak aktiv in der Kirchengemeinde Ratekau als stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderates, Vorsitzender des Bauausschusses, Mitglied im Personal- und im Finanzausschuss.

Er sei eng verbunden mit Vereinen und Verbänden der Gemeinde Ratekau und unsterstütze diese.

Sollte er gewählt werden, werde er seine berufliche Tätigkeit in nachfolgende Hände legen.

„Als Bürgermeister werde ich die mir zur Verfügung stehende Zeit, Kraft und Kompetenz einbringen, daran mitzuwirken, unsere Gemeinde zukunftsfest und krisensicher aufzustellen.“

Von Moderator Tscheuschner gefragt, was für sie die drei wichtigsten Themen seien, nannte Jaacks, die Verwaltung durch weitere Digitalsierung zu modernisieren, die Großprojekte 380-kV-Leitung und Hinterlandanbindung bestmöglich zu bewältigen sowie die gute finanzielle Situation der Gemeinde Ratekau zu bewahren.

Kanthak nannte ebenfalls die Hinterlandanbindung als Schwerpunktthema. Weitere wichtige Themen seien für ihn Schaffung neuen Wohnraums und die Energiepolitik.

Tscheuschner ging zudem auf die gute Finanzlage der Gemeinde mit einer Verschuldung von 71 Euro pro Einwohner ein. Der Durchschnitt liege in Schleswig-Holstein bei 1.600 Euro. Er fragte, wie dieses Niveau bei den bevorstehenden Investitionen, die auf die Gemeinde zukommen, gehalten werden könne.

Beide Kandidaten sprachen sich für die Ansiedlung von Gewerbegebieten aus, um höhere Steuer­einnahmen zu erzielen. Dennis Jaacks betonte dabei noch einmal die Wichtigkeit eines ausgeglichenen Haushaltes, der insbesondere durch gutes Fördermittelmanagement entlastet werden könne.

Um Gelder einzuparen, setzt Teja Kanthak auf Digitalisierung und auf stärkere Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden.

Beide Kandidaten sehen in ihren Positionen jeweils ihre Vorteile. Teja Kanthak als Kandidat ohne Erfahrung in der Gemeindeverwaltung, sagte, dass er einen Blick von Außen auf die Dinge habe und „Ich möchte neue Impulse setzen.“ Und Dennis Jaacks, als erfahrener Verwaltungsfachmann, antwortete: „Wenn etwas gut läuft, sollte man es auch gut weiterführen und kann trotzdem neue Impulse setzen.“

Die Aufzeichnungen der beiden Vorstellungsrunden in Ratekau und in Sereetz können noch bis zum Wahltag am kommenden Sonntag, 8. März, auf der Internetseite der Gemeinde unter www.ratekau.de nachverfolgt werden.

 

Bürgermeisterwahl in Ratekau

Ratekau. Die Amtszeit des bisherigen Bürgermeisters der Gemeinde Ratekau, Thomas Keller, endet am 31. Juli.

Am kommenden Sonntag, 8. März, sind die rund 12.900 wahlberechtigten Ratekauer aufgerufen, mit ihrer Stimmabgabe über die Besetzung des Bürgermeisteramtes zu entscheiden. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Wahlberechtigt sind alle Deutschen im Sinne des Artikels 116 Absatz 1 des Grundgesetzes und alle Staatsangehörigen der übrigen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, die am Wahltag (8. März) das 16. Lebensjahr vollendet haben, seit mindestens sechs Wochen im Wahlgebiet eine Wohnung haben oder sich im Wahlgebiet sonst gewöhnlich aufhalten und keine Wohnung außerhalb des Wahlgebietes haben sowie nicht nach § 4 Gemeinde- und Kreiswahlgesetz vom Wahlrecht ausgeschlossen sind.

Die Wahlzeit beträgt sechs Jahre. Die Wahl erfolgt nach den Grundsätzen der Mehrheitswahl. Es ist diejenige oder derjenige gewählt, die oder der mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhält. Wird die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, findet am Sonntag, dem 22. März, eine Stichwahl zwischen den zwei Bewerberinnen/Bewerbern statt, die beim ersten Wahlgang die meisten Stimmen erhalten haben.

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