Ihr Profil?
Unser Portal steht noch ganz am Anfang und soll weiter wachsen! Dafür suchen wir nicht nur laufend neue Betriebe, wir werden es auch laufend weiterentwickeln!
Weiterlesen … Ihr Profil?
Haffkrug. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Polnischen Botschaft, der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung, des Kreises, der Gemeinde Scharbeutz und der Kirchen wurden am 12. Dezember den polnischen Verstorbenen auf dem Cap-Arcona Ehrenfriedhof die Würde, ihre Namen, zurückgegeben.
Die Gemeinde Scharbeutz, der Verein „Zukunft braucht Erinnerung e.V.“ sowie die Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung haben zur Einweihung des neuen namentlichen Gedenkens an die Kriegsopfer aus Polen auf dem Ehrenfriedhof Cap Arcona Scharbeutz/Ehrenfriedhof Haffkrug-Neukoppel eingeladen.
Rednerinnen und Redner waren Bettina Schäfer, Bürgermeisterin der Gemeinde Scharbeutz, Aleksandra Krystek-Biernacka, Generalkonsulin der Republik Polen in Hamburg, Magdalena Erdmann, Abteilungsleiterin Ministerium für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen,
Kreispräsidentin Petra Kirner, Helmut Kurth, Verein „Zukunft braucht Erinnerung e.V. (vormals Arbeitskreis 27. Januar), und Jakub Deka, Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung.
Bürgermeisterin Bettina Schäfer sagte: „Wir stehen heute an einem Ort, der Stille verlangt, an einem Ort, der uns nicht nur erinnert – sondern uns innerlich berührt. Der Cap-Arcona-Ehrenfriedhof in Haffkrug ist kein gewöhnlicher Friedhof.
Er ist ein Ort, an dem die Zeit stillzustehen scheint. Ein Ort, an dem die Stimmen der Vergangenheit nicht laut werden – aber tief.
Heute geben wir 185 polnischen Frauen, Männern und Jugendlichen ihre Namen zurück. Namen, die viel zu lange im Schatten standen. Namen, die nun wieder gesehen, gesprochen und aufbewahrt werden dürfen. Namen, die zeigen: Diese Menschen haben gelebt. Sie hatten Träume. Sie hatten Hoffnung. Sie hatten ein Zuhause. Und sie wurden Opfer einer Geschichte, die niemals wiederkehren darf.
Wenn wir hier stehen, spüren wir, dass Geschichte nicht vergangen ist.
Sie atmet. Sie liegt in der Erde, in den Steinen, in den Namen. Sie berührt uns – gerade an diesem Ort, an dem so viele Menschen ihr Leben verloren haben, nur wenige Tage vor einem Frieden, den sie nie erleben durften.“
Schäfer sagte weiter: „Die Tragödie der Cap Arcona ist eine der dunkelsten Geschichten des Zweiten Weltkrieges. Und doch ist sie außerhalb unserer Region nur wenig bekannt. Viele der Opfer aus Polen fanden hier, in Haffkrug-Neukoppel, ihre letzte Ruhe.“
Durch das sanierte Denkmal, die neue Stele und die namentliche Erinnerung habe man nun etwas zurückgegeben, das unbezahlbar ist, nämlich Würde.
Ein Dank richtete die Bürgermeisterin der Gemeinde Scharbeutz an die Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung, dem Verein „Zukunft braucht Erinnerung e.V.“, dem Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg und dem Ministerium für Kultur und Nationales Erbe der Republik Polen für ihr unermüdliches Engagement.
„Ein besonderer Dank gilt Herr Deka für die freundschaftliche Zusammenarbeit, Frau Schlie und auch dem Künstler Marek Moderau, der mit viel Feingefühl und Respekt gearbeitet hat. Er hat nicht nur restauriert – er hat sichtbar gemacht. Er hat nicht nur gestaltet – er hat Bedeutung geschaffen. Diese Zusammenarbeit hier zeigt, wie wertvoll es ist, wenn Menschen und Institutionen Grenzen überwinden und im Geist der Versöhnung handeln,“ so Schäfer.
Ein Name sei mehr als ein Buchstabe auf Stein: „Ein Name ist Erinnerung. Ein Name ist Identität. Ein Name ist das, was niemandem genommen werden darf.“
Die 185 Namen, die heute sichtbar sind, stehen für unzählige weitere, „deren Schicksale wir vielleicht niemals vollständig kennen werden“.
„Doch heute sagen wir: Ihr seid nicht vergessen. Ihr habt einen Platz. Ihr habt einen Namen. Wir tragen Euer Andenken weiter. Dieser Friedhof erzählt uns viel über das, was war –
aber auch über das, was wir als Gesellschaft nie wieder zulassen dürfen. In einer Zeit, in der Kriege, Vertreibungen, Hass und Spaltungen wieder lauter werden, ist dieser Ort ein eindringlicher Appell: Frieden ist zerbrechlich. Menschenwürde ist
kostbar. Versöhnung ist eine Aufgabe – keine Selbstverständlichkeit.“
Bettina Schäfer weiter: „Wir tragen Verantwortung. Als Gemeinde, als Deutsche, als Europäerinnen und Europäer, als Menschen. Dieser Friedhof soll ein Ort der Trauer sein, aber auch ein Ort der Begegnung, ein Ort der Bildung, ein Ort, der jungen Menschen erklärt, warum Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit nie selbstverständlich sind.“
Schäfer wünscht sich, dass dieser Ort zu einem Ort wird, an dem man verweilt, an dem man nachdenkt, an dem man sich berühren lässt.
„Denn Erinnerung ist nicht nur etwas, das wir bewahren. Erinnerung ist etwas, das uns verändert. Wir danken allen, ganz persönlich und im Namen der Gemeinde Scharbeutz, die diesen Tag möglich gemacht haben. Ich danke allen, die Verantwortung übernehmen. Und wir danken allen, die heute hier stehen – in Respekt vor den Toten und in Verantwortung für die Lebenden.
Möge dieses neue Gedenken eine Brücke sein: zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Polen und Deutschland, zwischen Trauer und Hoffnung. Den Opfern gilt heute unser stilles Gedenken. Uns gilt die Aufgabe, Frieden zu bewahren.“

Am 12. Dezember wurden die neuen Tafeln auf dem Ehrenfriedhof offiziell eingeweiht.
Kommentare
Einen Kommentar schreiben