Gedenkstätte Ahrensbök: Leitung in hauptamtliches Management überführt

Hauptamtliches Management In Gedenkstätte
Die Gedenkstätte Ahrensbök wird jetzt hauptamtlich geführt: Marthe Burfeind und Sebastian Sakautzki sind die neuen Gesichter an der Flachsröste. (Foto: Gedenkstätte Ahrensbök/hfr)

Ahrensbök. Zum Team der Gedenkstätte Ahrensbök gehören zwei neue Gesichter: Marthe Burfeind und Sebastian Sakautzki haben die ersten Junitage genutzt, um sich mit ihren Arbeitsplätzen vertraut zu machen. Die 31 Jahre alte Niedersächsin hat in Kiel und Berlin studiert. Ihr Interesse an der NS-Diktatur und den Folgen für die Gesellschaft war schon immer groß. Dass sie sich beruflich der Gedenkstättenarbeit widmen möchte, wurde der heutigen Historikerin ebenfalls früh klar: „Seit meinem Freiwilligen Sozialen Jahr auf Usedom.“ Das leistete Marthe Burfeind in der Kriegsgräberstätte Golm. Nach ihrem Studium arbeitete sie in der Bildungsstätte Alt Rehse. In dem mecklenburgischen Dorf war von 1934 an die „Führerschule der Deutschen Ärzteschaft“ entstanden; ganz im Sinne der NS-Ideologie.

In Ahrensbök wird Marthe Burfeind sowohl im pädagogischen Bereich tätig sein als auch sukzessive die Leitung der Gedenkstätte von der langjährigen Vorsitzenden des Trägervereins, Dr. Ingaburgh Klatt, übernehmen. Damit wird die Gedenkstätte Ahrensbök, die zwei Jahrzehnte lang ehrenamtlich von Mitgliedern des Vereins geleitet wurde, künftig in ein professionell hauptamtliches Management überführt.

Eng zusammenarbeiten wird die Wissenschaftlerin mit Sebastian Sakautzki. Der ebenfalls 31-jährige Politologe ist nun Leiter des Projekts „Jugend erinnert“. Während seines Studiums in Jena und Marburg gehörten Rechtsextremismus und Erinnerungskultur zu seinen thematischen Schwerpunkten. Den gebürtigen Sachsen hat es aus Hessen in den Norden gezogen. Während seiner Tätigkeit in Trutzhain, einem Museum und Erinnerungsort, an dem der Schicksale von Kriegsgefangenen und deren Einsatz als Zwangsarbeiter gedacht wird, vertiefte Sebastian Sakautzki sein Interesse für die Gedenkstättenarbeit. In Ahrensbök möchte er „Bildungsformate für junge Menschen entwickeln“. Zudem soll es zeitnah möglich sein, die Gedenkstätte interaktiv kennenzulernen. Wenn es die Pandemielage zulässt, wird vom 1. bis 10. Oktober wieder ein Jugendlager für 16- bis 25-Jährige auf dem Gelände der Gedenkstätte stattfinden.

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