Gemeindeempfang: Große Maßnahmen kommen auf Ratekau zu – Ehrenamt weiterhin äußerst wichtig

Gemeindeempfang Ratekau 2024
In seiner Rede blickte Ratekaus Bürgermeister auf das Jahr seit dem letzten Gemeindeempfang zurück und gab einen Ausblick auf anstehende beziehungsweise laufende Aufgaben. (Foto: Stefan Setje-Eilers)

Ratekau. Zum zweiten Mal hatte die Gemeinde Ratekau zu einem Gemeindeempfang nicht unmittelbar nach dem Jahreswechsel, sondern in der Jahresmitte eingeladen. Zahlreiche Ratekauer waren am vergangenen Samstag der Einladung gefolgt – und mit ihnen auch reichlich Prominenz. So konnte Bürgervorsteher Daniel Thomascheswki unter anderem die Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Ingo Gädechens (CDU), die Landtags­abgeordneten Sandra Redmann (SPD) und Wiebke Zweig (CDU), Kreis­präsidentin Petra Kirner, die Bürgermeister der Nachbargemeinden aus Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, Scharbeutz, Bettina Schäfer, und Bad Schwartau, Dr. Katrin Engeln, willkommen heißen.

In seiner Rede hob Thomaschewski zwei Dinge besonders hervor. Vor dem Hintergrund, dass mittlerweile über 280 Freiwillige den Ortswehren der Gemeinde angehören, lobte er das hohe ehrenamtliche Engagemant der Ratekauer in den Wehren aber auch in den weiteren Vereinen, Verbänden und Institutionen. Ebenso bedeutsam sei die Demokratie, die es jetzt mehr als zuvor zu verteidigen gelte.

Auch Thomaschewskis spätere Nachfolgerin am Rednerpult, Kreis­präsidentin Petra Kirner, betonte die Anzahl und den Wert der ehrenamtlichen Tätigen in der Gemeinde und bezeichnete Ratekau in Bezug auf umwelt- und naturschutzrelevante Themen als vorbildlich.

Wie beim „Neujahrsempfang“ üblich, war die Hauptrede dem Verwaltungschef überlassen. „Blickt man auf die Vielzahl an unterschiedlichen Themen“, begann Thomas Keller seinen Rück- und Ausblick, „so stellt man schnell fest, dass ein großer Anteil nicht auf eigene Entscheidungen der Gemeinde zurückzuführen ist, wir also diejenigen sind, die Entscheidungen, die von anderen, auf anderer Ebene getroffen wurden, umzusetzen oder zu begleiten haben.“

Zu den ,Dauerbrennern´ der letzten Dekade gehörten dabei die Schienenhinterlandanbindung zur Festen Fehmarnbeltquerung sowie der zweite und dritte Abschnitt der 380 kV-Höchstspannungsleitung.

„In beide Projekte haben wir uns kontinuierlich und vor allem auch konstruktiv eingebracht, um letztlich im informellen Verfahren das Optimalste für unsere Gemeinde herauszuholen. 

Wir konnten in den beiden Großprojekten erreichen, dass zunächst angedachte Trassenführungen verändert, Ortsumfahrungen geplant werden und bezogen auf die Schienenstrecke die trotzdem betroffenen Einwohnerinnen und Einwohnern einen über das gesetzliche Maß hinausgehenden Lärmschutz erhalten.

Die Baustellen werden uns im nächsten Jahrzehnt begleiten, die entstehenden Infrastrukturen über viele Jahrzehnte hinweg. Das Erscheinungsbild der Gemeinde wird sich nachhaltig verändern“, so Ratekaus Bürgermeister.

Auch Finanzierungsfragen spielten aktuell bei vielen Themen angesichts der Haushaltslage von Bund und Land eine besondere Rolle.

Fragen zur Finanzierung der Flüchtlingsunterbringung und –betreuung, des Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsschulplatz, der Kindertagesstätten und zur Finanzausstattung der Kommunen im Allgemeinen begleiteten den derzeitigen Alltag vor Ort, „und auch meine zusätzliche Arbeit als Interessenvertreter der Gemeinden auf Landesebene.“

Zur Finanzsituation sagte er weiter, dass noch keine Entspannung in Sicht sei. Aber: „Für diese Zeiten haben wir eine gewisse Vorsorge getroffen und uns in den letzten Jahren nicht von guten Steuereinnahmen und niedrigen Zinsen zu mittel- bis langfristig nicht bezahlbaren Ausgaben verleiten lassen.

Wir haben unseren langjährigen Kurs konsequent weiterverfolgt, kontinuierlich und flexibel in die Infrastruktur zu investieren, Zuschüsse zielgerichtet zu akquirieren und dabei die Leistungsfähigkeit der Gemeinde nicht zu gefährden.“ 

Obwohl Ratekau strukturell als eher finanzschwache Kommune gelte, habe man im letzten Jahr rund 6,7 Millionen Euro investiert. Trotzdem sei der Schuldenstand der Gemeinde auf den niedrigsten Stand seit über 20 Jahren reduziert worden.

Investiert hat die Gemeinde seit dem letzten Empfang im Sommer 2023 in die Kindertagesstätten, die Schulen, die Sporthallen, die Flüchtlingsunterbringung, die Feuerwehr und in die Straßen.

Abgeschlossen werden konnte die energetische Sanierung der Otfried-Preußler-Schule Pansdorf und die Umsetzung des sogenannten „Digitalpakts 1“ an allen Schulen. Darüber hinaus hat die Cesar-Klein-Schule eine neue Schulküche bekommen.

Ein Thema abgehakt, folgt das nächste: „Ganz intensiv bereiten wir uns nun auf die Umsetzung von Investitionsmaßnahmen zum Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an den Grundschulen vor“, so Keller.

Im Sportbereich konnte die Sanierung der Sporthalle Sereetz abgeschlossen werden. Die Møn-Halle hat nach der umfangreichen Brandschutzsanierung bedingt durch einen größeren Wasserschaden neue Sanitärbereiche erhalten.

Die Unterbringung und die Betreuung von Geflüchteten wird seitens der Gemeindeverwaltung mittlerweile als „Daueraufgabe“ eingestuft. Aktuell werden 344 Personen in gemeindlichen oder angemieteten Wohnungen untergebracht. Dem aktuellen Quotenschlüssel folgend müsste die Gemeinde Ratekau in diesem Jahr noch 90 Personen aufnehmen.

„Gerade im Hinblick auf eine geregelte Unterbringung stehen die Kommunen an der Belastungsgrenze. Daran ändert auch das neue Integrationskonzept des Landes, das vor Kurzem öffentlich vorgestellt wurde, grundsätzlich nichts“, kritisiert der Verwaltungschef, der, wie schon Daniel Thomascheski den Höchststand bei den Freiwilligen Feuerwehren und den Ehrenamtlern für deren „herausragendes Engagement“ dankte und versprach, sie weiterhin bestmöglich auszustatten.

Großer Investitionsbedarf bestehe aber auch bei den Straßen. „Ein Kraftakt, da nahezu jeder Vollausbau einer Straße kostenmäßig im siebenstelligen Bereich liegt und Ausbaubeiträge von den Anliegern in unserer Gemeinde seit Jahren nicht erhoben werden.“

Parallel dazu erarbeite die Gemeinde gerade mit einem Planungsbüro ein Radverkehrskonzept mit breitem Beteiligungsformat, um Schwachstellen systematisch zu erfassen und schrittweise Verbesserungen für den Radverkehr zu erreichen. Das Konzept solle auch als Grundlage für die Beantragung von Zuschüssen dienen.

Virtueller Rundgang durch das Dorfmuseum und Sportlerehrung  

Im Anschluss an die offiziellen Reden wurde im Rahmen des Gemeindeempfangs eine neue Technik vorgestellt, wie sich das Dorfmuseum der Gemeinde Ratekau künftig per Mobilfunktelefon entdecken lässt. Zudem wurden verdiente Sportler der Gemeinde geehrt. Mehr zu dem „Audiovisuellen Rundgang“ durch das Dorfmuseum und zur Sportlerehrung 2024 lesen Sie in der kommenden Woche an dieser Stelle .

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