Neues Doppelmessermähwerk in Warnsdorf vorgestellt: 12.000 Euro für Artenförderung auf Streuobstwiesen

Mähwerk in Warendorf
Dr. Martin Barde (2.v.re.) stellte mit seiner Frau Meike und Frank Buchholz (li.), Johannes Meyering sowie Carolin Welchert das neue Mähwerk vor. Foto: Rene Kleinschmidt

Warnsdorf. Ende Oktober stellte die Obst-Werkerei auf der Warnsdorfer Streuobstwiese eine neue landwirtschaftliche Maschine für artenförderndes Mähen vor. Mit finanzieller Unterstützung der BINGO! Umweltlotterie und der Obst-Werkerei konnte das neue Doppelmessermähwerk für über 12.000 Euro gekauft werden.

Die gemeinnützige Obst-Werkerei hat sich zur Aufgabe gemacht, den Naturraum der Streuobstwiesen zu kultivieren und dabei Menschen mit Einschränkungen in das Tätigsein zu involvieren. In diesem Zusammenhang gilt es die Streuobstwiesen sorgsam zu mähen, Amphibien, Insekten, Wild und Pflanzen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu geben und damit die Vielfalt der Natur zu fördern.

Durch den Einsatz von modernen und robusten Doppelmessermähwerken, welche in Nord-Italien und der Schweiz bereits wieder Standard sind, kann dieses gewährleistet werden. „Konventionelle und allgegenwertige Mähmethoden in Schleswig-Holstein - also Trommelmähwerke - richten hingegen auf den jeweiligen Flächen eine Spur der Naturzerstörung an,“ berichtet Dr. Martin Barde von der Natur und Teilhabe gGmbH i.G. und Obst-Werkerei als Betreiber der Steuobstwiese in Warnsdorf.

In Absprache mit Flächeninhabern von Streuobstwiesen hat das Team der Obst-Werkerei es geschafft, dass diese auf das Mähen mit dem Trommelmähwerk verzichten. Jetzt konnte das neue Mähwerk mit Unterstützung der BINGO! Umweltlotterie angeschafft werden.

Durch die zentrale „Erst-Mäh-Aktion“ auf der Warnsdorfer Streuobstwiese der Obst-Werkerei wurde gemeinsam auf diese Art des artenfördernden Mähens hingewiesen. Die Flächeninhaber und -betreuer haben sich bereits mit der Maschine vertraut machen können, damit Sie diese auf ihren eigenen Streuobstflächen zum Einsatz bringen können.

Die Auftakt-Veranstaltung wurde mit Corona-Abstand und Bierbänken, Apfelkuchen und Äpfel zum Selberpflücken begleitet. Die Ansprechpartner von Slow Food haben auch zu diesem Teil der Veranstaltung beigetragen. Neben Ursula Schell vom Dorfvorstand war auch Carolin Welchert vom NABU Bad Schwartau vor Ort, um sich über die neue Anschaffung zu informieren.

Die Obst-Werkerei selber sorgt für die Einweisung in die Maschinen und Sicherstellung der Langlebigkeit. Dieses betrifft im Speziellen die Maschinenbesonderheiten, die artenschonende Nachjustierung der Mähhöhe und die Fahrspurlenkung um die Obstgehölze. Damit der Einsatz der Doppelmessermähwerke möglichst lange und mit komplett funktionsfähigen Maschinen möglich ist, werden 500 Euro im Jahr an Wartungskosten notwendig. Auch diese werden von der Obst-Werkerei getragen.

Der Vorteil eines Heck- und Frontmähwerks erklärt Dr. Martin Bade von der Obst-Werkerei wie folgt: „Das Mähen auf Streuobstwiesen unterscheidet sich wesentlich von dem Mähen auf Wiesen ohne Bäume. Hier gilt es das Gras nicht in jeder neuen Baumreihe erst einmal zu überfahren, um es dann mühsam und niedergedrückt zu mähen. Mit dem Einsatz des Frontmähwerks kann sofort gemäht werden. Zudem gilt es mit dem zusätzlich angebrachten Heckmähwerk möglichst weit unter die Baumkronen zu kommen, ohne dass Äste in Mitleidenschaft gezogen werden. Darüber hinaus muss bei den Flächen speziell darauf geachtet werden, dass es nicht durch Mehrfachüberfahrten zu einer zu starken Bodenverdichtung und gesteigerten Dieselverbrauch kommt. Mit dem Einsatz des ausgewählten Front- und Heckmähwerks kann dieses unterstützt und die naturnahe Bewirtschaftung problemlos möglich werden.“

Zur Auswahl der Anbieter konnten fünf Angebote eingeholt werden. Im Anschluss wurden die aussichtsreichen Mähwerke in Walsrode und im Schwarzwald erprobt. Zum Schluss hatten sich die Doppelmessermähwerke (Front- und Heckmähwerk) von der Firma Gribaldi und Salvia aus Italien durchgesetzt. Neben den grundsätzlichen Vorteilen der Mähwerke sind es die Finger der Mähbalken, welche verschraubt und damit schnell auswechselbar sind. Dieses ist bei den Flächen notwendig, da es durchaus vorkommt, dass Maulwurfshaufen das Schneidwerk beschädigen. Darüber hinaus zeichnet sich der Anbieter dadurch aus, dass die Messer verstopfungsfrei arbeiten (gerade bei Naturwiesen, auf denen auch andere Pflanzen mit einem größeren Umfang wachsen als Grashalme), sich selber schärfen und seit Jahren auf Streuobstwiesen im Süden zum Einsatz kommen. Die Möglichkeit, dass der Antrieb über Zapfwelle und Öldruck erfolgen kann, ist ebenfalls ein wichtiges Argument, da die Geräte dann auch an unterschiedlichen Schleppern genutzt werden können. Darüber hinaus überzeugt das Preis-Leistungsverhältnis.

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