Neues Einsatzfahrzeug: Pansdorfs Wehr übernimmt Bahnrettung im Südkreis

Bahnrettung Pansdorf
Björn Beeken (3.v.l.) von der Firma „Kraft Feuerschutz“ übergibt die Fahrzeugschlüssel an Pansdorfes Ortswehrführer Marco Krebs (v.l.), Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller und Landrat Reinhard Sager. (Foto: Stefan Setje-Eilers)

Pansdorf. Ein neues Fahrzeug wurde am vergangenen Freitagabend offiziell bei der Freiwilligen Feuerwehr Pansdorf in den Dienst gestellt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein ganz „normales“ Fahrzeug, sondern um eines, das eigens für die Rettung bei Bahnunfällen ausgestattet ist. Der Kreis Ostholstein und die Gemeinde Ratekau machen hier „gemeinsame Sache“.

Um die 70 geladenen Gäste hieß Pansdorfs Ortswehrführer Marco Krebs auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Pansdorf zur Inbetriebnahme des 16 Tonnen schweren, 286 PS zugstarken und mit einem 2.000-Liter Löschwassertank sowie dem „Rüstsatz Bahn“ ausgestatteten Spezialfahrzeugs, willkommen.

Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller erklärte, dass es sich bei der Bahnrettung um eine überörtliche Aufgabe handele und dass ursprünglich lediglich beabsichtigt gewesen sei, ein neues, kleineres Fahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr Pansdorf anzuschaffen. Dadurch, dass jedoch auch beim Kreis Ostholstein in Sachen Bahnrettung Handlungsbedarf bestand, habe man dann auf Zusammenarbeit gesetzt. „Warum also, nicht ein etwas größeres Löschfahrzeug bekommen, das einerseits löschtechnische Ausrüstung aufnehmen kann, das aber andererseits auch Platz bietet für die technische Ausrüstung für die Bahnrettung“, so Keller. Und auf Nachfrage bei den Herstellern hätten diese dann mitgeteilt, dass das tatsächich möglich sei. Herausgekommen ist das neue LF10, das am Freitag in den Dienst gestellt wurde.

„Das ist die bestmögliche Lösung. Die Feuerwehr hat damit ein weiteres großes Löschfahrzeug in ihren Hallen stehen – und wir haben nicht unerheblich Zuschüsse für dieses Fahrzeug bekommen. Neben der Förderung aus der Feuerschutzsteuer haben wir hier auch noch Gelder für die Überörtlichkeit bekommen, weil es sich um ein Fahrzeug handelt, das übergemeindlich zum Einsatz kommt“, so Keller. Eine „Win-win-Situation“ für alle Beteiligten.

Die Planungen für das neue Fahrzeug, das im Besitz der Gemeinde Ratekau ist, wurden 2019 aufgenommen. Am 15. November letzten Jahres wurde es aus dem brandenburgischen Luckenwalde abgeholt. Coronabedingt konnte die offizielle Inbetriebnahme allerdings erst jetzt stattfinden, so dass das Fahrzeug bis dato schon 27 mal zum Einsatz gekommen ist.

In seinen Grußworten skizzierte Ratekaus Gemeindewehführer Christian Ziemann das Einsatzgebiet des Spezialfahrzeugs. Es reicht von der Teerhofsinsel in Bad Schwartau bis nach Neustadt/Hasselburg, von Eutin bis Lübeck und von Timmdorf in der Gemeinde Malente bis nach Eutin.

Die Anschaffungskosten liegen bei 400.000 Euro, der Eigenanteil der Gemeinde bei 140.000 Euro. Keller dankte in Richtung Landrat Reinhard Sager, „dass wir gemeinsam eine pragmatische und optimale Lösung finden konnten.“

Der Landrat ließ wissen, dass der Kreis verpflichtet sei, zwei Standorte zur Bahnrettung vorzuhalten. „Zum einen ist das im Norden in Heringsdorf/Heiligenhafen und zum anderen übernimmt nun für den Südkreis die Feuerwehr Pansdorf“, so Sager. Wie wichtig diese Aufgabe sei, belege das schwere Bahnunglück, das sich just an diesem Tag in Garmisch-Partenkirchen ereignet hatte.

Er sei „so schwer mit Geld bepackt, wie eigentlich selten bei einem Termin bei der Feuerwehr“, sagte Ostholsteins Verwaltungschef. Zum Fahrzeug steuert der Kreis rund 75.000 Euro bei, die Bahnrettung finanziert er mit 110.000 Euro und die nächsten 20 Jahre zahlt er jährlich jeweils 40.000 Euro zur Unterhaltung des Standortes. Am Ende seiner Rede sprach Reinhard Sager den  Feuerwehrleute seinen ausdrücklichen Dank dafür aus, „dass Sie diese zusätzliche Aufgabe auf sich nehmen.“

Vor der anschließenden Schlüssselübergabe gab Pastorin Inga Schwerdtfeger der Pansdorfer Wehr und ihrem neuen Fahrzeug den göttlichen Segen.

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