Online-Planspiel: Ratekauer Schüler diskutierten über Zukunft des Netzausbaus

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Online-Planspiel
Schüler der Cesar-Klein-Schule diskutierten über die Netzausbaupläne, von denen auch die Gemeinde Ratekau betroffen ist. (Foto: Stefan Setje-Eilers)

Ratekau. „Politiker für einen Tag“ – Schüler der Cesar-Klein-Schule (CKS) in Ratekau diskutierten vor Kurzem in einem Online-Planspiel die Zukunft des Netzausbaus in Schleswig-Holstein.

In dem Planspiel der Deutschen Gesellschaft e. V. diskutierten sie über  die Herausforderungen der Energiewende in Schleswig-Holstein exemplarisch am Ausbau des Stromnetzes. Die Teilnehmenden der 12. Jahrgangstufe schärften dabei ihre Urteilkompetenz im Hinblick auf die Chancen und Herausforderungen des Netzausbaus.

Dafür begaben sie sich in unterschiedliche Rollen, bei der sie jeweils die Perspektive eines ausgewählten Akteurs übernehmen sollten. Dazu gehörten unter anderem die Landesregierung Schleswig-Holstein, Wirtschafts- und Naturschutzverbände, Bürgerinitiativen, Bauernverband, der Netzbetreiber und weitere. Sie simulierten die Konflikte beim Netzausbau, exemplarisch an den beteiligten Akteuren.

Die Schüler vertraten sehr engagiert die unterschiedlichen Interessen ihrer jeweiligen Rolle. Ihnen gelangen dabei der Perspektivwechsel sowie ein lebendiger und konstruktiver Austausch der Argumente. Am Runden Tisch diskutierten sie sehr engagiert die Frage alternativer Trassenführungen und der Höhe und Häufigkeit von Entschädigungszahlungen für die betroffenen Akteure.

Der Rolleninhaber der fiktiven Landesregierung beschloss schlussendlich: „Die Stromleitung wird im Alternativkorridor gebaut, im Bereich der Städte und Brutgebiete werden Teilstrecken als Erdkabel verlegt, im Bereich der landwirtschaftlich genutzten Flächen Freileitungen. Die Wärmeisolierung der Leitungen wird optimiert, die Trasse soll im Sinne des Vogelschutzes besonders sichtbar sein. Gefällte Bäume werden durch Aufforstung ersetzt, Ausgleichsflächen für Eingriffe in die Natur geschaffen. Primär betroffene Anwohner werden auf Grund der Flächenabgaben und Sichtbeschränkungen entschädigt.“

Das Feedback zum Planspiel sowohl der Schüler als auch des Fachlehrers Geographie und Stufenleiters der CKS, Heiko Kügler, war ausgesprochen positiv. Die Schüler äußerten, dass die Zusammenarbeit – dies war in digital in den „Breakoutrooms“ auch im persönlichen Gesprächskontakt möglich – „sehr interessant gewesen“ sei. Das digitale Zusammenarbeiten wurde als „effektiv“ empfunden.

„Wir möchten mit dem Projekt zeigen, dass das Gelingen der Energiewende und weitere Fortschritte beim Netzausbau unmittelbar zusammenhängen“, fasste Projektleiter Jan Roessel von der Deutschen Gesellschaft e.V. das Projektziel zusammen und ergänzte, dass „Kompromisse in einer demokratisch verfassten Gesellschaft dazugehören. In politischen Debatten wird der Ton jedoch immer polarisierter.“

Heiko Kügler betonte, dass „es wichtig ist, für seine Interessen einzustehen. Ein Perspektivwechsel erleichtert es, sich auch seiner eigenen Argumente zu vergewissern und den Standpunkt zu bestimmen. Frühzeitiges Engagement ist wichtig. Davon lebt nicht nur die Schule, sondern auch die Gesellschaft.“ Die teilnehmende Lehramtspraktikantin Marleen Osenberg ergänzte, das Planspiel sei „methodisch sehr gut nutzbar“.

Thomas Keller, Bürgermeister der Gemeinde Ratekau, sowie Marlene von Zamory, Referentin Standortpolitik bei der IHK zu Lübeck, schalteten sich dem einstündigen Abschlussgespräch dazu.

Im Gebiet der Gemeinde Ratekau finden derzeit Diskussionen über ein Projekt des Netzausbaus (Ostküstenleitung im Abschnitt Lübeck-Göhl) statt. Thomas Keller betonte die Bedeutung der Akzeptanz und des Mitnehmens der Bürgerinnen und Bürger für das Gelingen der Energiewende. Marlene von Zamory erläuterte die aus der Sicht der Wirtschaft wichtigen Standortfaktoren wie Versorgungssicherheit und die Frage der Strompreise und Netzentgelte, die angeglichen werden sollten.

Jan Roessel sprach zudem unter Vorbehalt der Coronabeschränkungen eine Einladung für die Abschlussveranstaltung im Kieler RBZ Wirtschaft am 2. Juni dieses Jahres aus, bei der Experten der Energiepolitik mit Schülern diskutieren.

Die Energiewende verändert die Stromversorgung in Deutschland. Das Projekt ist dabei von zentraler Bedeutung für das Land Schleswig-Holstein. Die Energiewende bleibt aber nicht unumstritten. Die Deutsche Gesellschaft e.V. möchte die Schüler über den Zusammenhang zwischen Energiewende und Netzausbau informieren.

Die Veranstaltungsreihe „Zukunft Netzausbau in Schleswig-Holstein – Ein Planspiel für Schulen“ besteht aus 15 halbtägigen Workshops in Form von Planspielen an Schulen in Schleswig-Holstein. Sie wird vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein und der Gesellschaft für Energie und Klimaschutz Schleswig-Holstein GmbH (EKSH) gefördert. Am Ende der Reihe steht unter Vorbehalt der Coronabeschränkungen die Abschlussveranstaltung in Kiel.

Zu den Mitwirkenden zählt Jan Roessel, Deutsche Gesellschaft e. V.

Ausführliche Informationen unter: https://www.deutsche-gesellschaft-ev.de/veranstaltungen/bildungsangebote/1090-2019-zukunft-netzausbau-hessen.html.

Hintergrund:

Die Deutsche Gesellschaft e.V. ist der erste nach dem Fall der Mauer gegründete gesamtdeutsche, überparteiliche Verein. Am 13. Januar 1990 wurde er von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Ost und West mit dem Ziel gegründet, die Teilung zu überwinden, das Miteinander in Deutschland und Europa zu fördern sowie Vorurteile abzubauen. Diesen Grundsätzen verpflichtet, organisiert die Deutsche Gesellschaft e.V. zahlreiche Veranstaltungen jährlich in den Bereichen Politik und Geschichte, Kultur und Gesellschaft sowie EU und Europa.

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