Später Protest gegen den Ruppersdorfer Bogen: Ein Dorf macht mobil gegen die Deutsche Bahn

Demo gegen Ruppersdorfer Bogen
Rund 100 Einwohner aus Groß Timmendorf und einige Gemeindevertreter sind zur Protestaktion erschienen. Banner und Traktor verdeutlichen vor Ort die Ausmaße des künftigen, sieben Meter hohen Bahndamms. (Foto: René Kleinschmidt)

Groß Timmendorf/Ratekau. Rund 100 Einwohner aus Groß Timmendorf sind am vergangenen Mittwoch, dem 28. Juni, der Einladung einer privaten Gruppe von Anwohnern gefolgt, die sich gegen die aktuellen Pläne der Deutschen Bahn wendet, den sogenannten „Ruppersdorfer Bogen“ der Schienenhinterlandanbindung der Fehmarnbeltquerung umzusetzen.

Dieser neue Streckenabschnitt der Bahn soll an der Grenze zu Groß Timmendorf - aber über das Gebiet der Gemeinde Ratekau - führen. Die Groß Timmendorfer plädieren für eine erneute Änderung der Streckenplanung, weil sie Lärm und vor allem Flächenfraß befürchten.

Über die Straße Gutshof geht es an diesem späten Nachmittag an dem Hof der Familie Kühl vorbei bis zu der Stelle, an der in einigen Jahren ein sieben Meter hoher Bahndamm stehen könnte, wenn die künftige Schienentrasse aus Richtung Norden ab der L 180 zwischen Timmendorfer Strand und Pansdorf von der Autobahn weg und somit an Alt- und Neu-Ruppersdorf vorbeiführt, der „Ruppersdorfer Bogen“.

Um die Höhe und Ausmaße zu verdeutlichen, wurde vor Ort die Breite des zukünftigen Bahndammes mit rot-weißem Band abgeflattert und die Höhe mit einem in die Höhe ausgefahrenen Schaufel eines Traktors und einem im Wind wehenden, großen Banner dargestellt. Zudem würde eine zirka fünf Meter tiefe Furche durch jetziges Ackerland laufen. Ungefähr 140 Hektar Ackerfläche von Landwirt Karsten Kühl werden durch die geplante Umfahrung durchschnitten, so dass er einige Flächen gar nicht mehr bewirtschaften kann.

Wie ein Rechtsanwalt, der mehrere Dorfbewohner rechtlich vertritt, vor aufgestellten Skizzen erklärt, habe sich die Gemeinde Ratekau sehr intensiv für den „Ruppersdorfer Bogen“ eingesetzt - mit Erfolg, denn dieser soll nach aktuellstem Stand auch so gebaut werden.

Aber bereits im Jahre 2020 genehmigte die Bundesregierung 232 Millionen Euro für den Lärmschutz entlang der Trasse, die zum Fehmarnbelttunnel führen - inklusive zusätzliche zehn Millionen Euro für den „Ruppersdorfer Bogen“.

Jetzt, drei Jahre später, wird seitens der Gemeinde Timmendorfer Strand, beziehungsweise der Groß Timmendorfer, der alte, geplante Trassenverlauf entlang der A 1 gefordert, zumal in Ruppersdorf nur wenige Häuser betroffen wären. Wenn man aber nach dem Lärmgutachten und den Schutzfall (Überschreiten von Grenz­werten) geht, werden weniger Häuser, die stärker betroffen sind, stärker gewichtet als mehr Häuser, die weniger stark betroffen wären.

Aber auch Hans-Heinrich Jaacks, stv. Kreisjägermeister, spricht sich im Namen der Kreisjägerschaft Eutin für den Trassenverlauf entlang der A1 aus. Für die freilebenden Tiere wäre der „Ruppersdorfer Bogen“ eine Katastrophe, an die A1 hätten sich die meisten Tiere schon gewöhnt.

Die Protestaktion fand kurz vor der Dorfschaftsversammlung statt und im Anschluss folgte noch eine Info-Veranstaltung mit dem Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke und Vertreter der Gemeindeverwaltung. Der Timmendorfer Verwaltungschef hat angekündigt, weiter für die Interessen seiner Bürger zu kämpfen.

Noch mehr Informationen folgen ürigens bei zwei Veranstaltungen der Deutschen Bahn zum Streckenabschnitt 1.2 (Ratekau bis Scharbeutz): Am Dienstag, dem 11.  Juli, findet von 18  bis 20 Uhr eine Info-Veranstaltung in der Møn-Halle in Ratekau statt und am Mittwoch, dem 12. Juli, von 18  bis 20 Uhr im Golfresort Strandgrün in Oeverdiek. An beiden Abenden stehen neben Experten der Deutschen Bahn auch Planer der TenneT für Rückfragen zur 380 kV-Ostküstenleitung bereit.

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